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Biophilic Design? Natürlich.


Laut EU-Studie verbringen wir 90% unseres Lebens in geschlossenen Räumen. Obwohl bis heute 99,9% unserer Evolutionsgeschichte im Freien stattgefunden haben. Höchste Zeit also, die Natur hereinzubitten: mit psychologisch durchdachten Bodenlösungen.

 

Der deutsch-amerikanische Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm beschrieb im Jahr 1964 den Begriff der „Biophilie“ und definierte ihn als die Liebe zum Leben bzw. zu allem Lebendigen. Zwei Jahrzehnte später war es der Biologe Edward Wilson, der uns Menschen ein genetisch veranlagtes Bedürfnis zuschrieb, im Einklang mit der Natur zu leben.

 

Aus der „Biophilie“ entwickelte der US-amerikanische Sozioökonom Stephen R. Kellert, Professor an der Yale University, schließlich die Idee eines „Biophilic Designs“: Unsere bauliche Umgebung sollte gezielt mit der Natur verknüpft werden, um unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere natürliche Produktivität zu erhalten.

 

Mehr Wohlbefinden, mehr Produktivität

 

Biophilic Design stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Ziel ist es, angeborene Naturverbundenheit im Wohn- und Arbeitsumfeld zu berücksichtigen. So wird Stress reduziert und Erholung gefördert.

 

Die österreichische Umweltpsychologin Renate Cervinka hat mit Kollegen der Universität Wien beispielsweise herausgefunden, dass der Wald die physische ebenso wie die psychische Gesundheit von Menschen stärkt: Wenn man im Wald spazieren geht, schlägt das Herz messbar ruhiger, der Blutdruck sinkt, die Muskeln entspannen sich.

 

Das heißt nicht, dass wir nun alle in den Wald abwandern müssen. Aber es verdeutlicht, dass die naturnahe Gestaltung unseres Umfeldes essentielle Vorteile mit sich bringt. Biophilic Design steigert nicht nur unser Wohlbefinden, es hat auch ökonomische Vorteile für Unternehmen, trägt zur Erhöhung der Produktivität und des Gemeinschaftsgefühls sowie zur Reduktion krankheitsbedingter Fehltage bei.

 

Spürbare Analogie zur Natur

 

Eine Investition in Biophilic Design zahlt sich aus. Und bei alldem zeigt sich einmal mehr: Es beginnt mit dem Boden, auf dem wir stehen.

 

Organisch geformte Möbel und biomorphe Strukturen schaffen eine emotionale Nähe zur Natur. Die Grundlage hierfür ist der Boden, auf dem all dies steht und auf dem wir uns bewegen. Böden aus Naturholz oder Parkett, aber auch neueste Designböden, die in ihrer Haptik und Struktur echtem Holz täuschend ähnlich sind, schaffen spürbare Naturanalogien.

 

Zudem können Teppichfliesen ein Gefühl von Naturnähe erzeugen, wenn diese an natürliche Untergründe wie Gras, Sand oder Kies erinnern.

 

Zielführende Zonen und Farben

 

Wichtig ist es, innerhalb von Räumen in einzelnen Zonen zu denken. Dabei geht es nicht nur darum, stärker beanspruchte Regionen wie typische Fußwege mit strapazierfähigeren Materialien zu belegen. Es geht auch darum, bestimmte Ruhe- und Arbeitsbereiche auf den ersten Blick zu kennzeichnen und über das Auge zu einer bestimmten Wegführung zu animieren.

Auch die Farbe und das Design spielen dabei eine Rolle: blaues Wasser oder eine grüne Wiese können uns entspannen. Gelb wie die Sonne schenkt uns Wärme. Rot wie eine reife Frucht stimuliert uns.

 

Zudem wichtig: die Akustik! Textile modulare Beläge wirken sowohl schallabsorbierend (Raumschall) als auch schalldämmend (Trittschall). Ein grundlegender Aspekt für das Wohlbefinden in den Räumen, in denen wir uns den lieben langen Tag aufhalten.

 

Investition in Zufriedenheit

 

Am Ende ist die Investition in eine klug durchdachte Bodenlösung vor dem Hintergrund eines „Biophilic Designs“ eine lohnende Anschaffung. Und das nicht nur in Büros, in denen die Mitarbeiter entspannter und gleichzeitig produktiver sind. Sondern z. B. auch in Hotels.

 

Durch die gefühlte Nähe zur Natur lässt sich die Zufriedenheit der Gäste erhöhen. Sie kommen gerne wieder – und sind Studien zufolge auch bereit, für eine von der Natur inspirierte Unterkunft ein paar Euro mehr auszugeben.